Vanessa van Obberghen, BIG WIG, Galerie Susanna Kulli, Zürich
Pressetext
Vanessa van Obberghen
BIG WIG
22. August bis 6. Oktober 2007
Galerie Susanna Kulli, Dienerstrasse 21, CH-8004 Zürich; Tel 043 243 33 34, Fax 043 243 33 35
Öffnungszeiten: Di – Fr 13 – 18, Sa 11 – 16 Uhr
Vernissage: Mittwoch, 22. August 2007 ab 17 Uhr
Vanessa van Obberghen bestreitet mit der Ausstellung BIG WIG in der Galerie Susanna Kulli in Zürich ihre erste Einzelausstellung in der Schweiz. Zuvor konnte man ihrem Werk 2006 in der Kunsthalle Bern in der Ausstellung PRE-EMPTIVE begegnen, in der Philippe Pirotte elf Künstler aus 8 Nationen einander gegenüberstellte.
Vanessa van Obberghens Interesse liegt in der (Un-) Möglichkeit von kulturellem Transfer mit spezifischem Focus auf die Stadt Dakar (Senegal). Die greifbare Nähe einerseits und die totale Unnahbarkeit andererseits bilden den Rahmen von Van Obberghens neuester Arbeit Sowohl vordergründig als auch inhaltlich. Sie handelt von der Identifikation und von der Unmöglichkeit derselben. Die Welt ist das, was wir von ihr wissen. Doch nicht immer können wir unseres Wissens sicher sein.
Ein Video zeigt einen weissen Mann, der in einer Disco den afrikanischen Rhythmus verinnerlichen, teilhaftig werden will. Zusammen mit den Bildern konstituiert es eine Art Basis eines modernen Psycho-Thrillers und wie Phillip Pirotte in einem Text über Vanessa van Obbergen schrieb: „’far away’ cultures and their ‘strange religious habits’, and the ‘illicit’ desire for Western consumer goods versus the banality of a Western world oriented towards a normality and refusing to assume differentiality“.
Eine Serie von Schauboxen bezieht den Besucher der Galerie in eine afrikanisch-religiöse Handlung ein. Sie geben eine chaotisch laute Situation wieder, aus der es kaum ein Entkommen gibt. Abbildungen auf poliertem Aluminium geben der Fotografie eine Art „bling bling“ Charakter. Die Ausstellung konzentriert sich um den angenommenen und vorausgesetzten BIG WIG (Häuptling, religiöses und politisches Oberhaupt, Leitfigur) Charakter im religiösen Sinn: Masse, Hysterie und Fetischismus. Die Präsenz des BIG WIG dehnt sich über ein Graffiti sowie mittels Aufkleber mit dem Abbild Cheikh Ahmadon Bambas in den Aussenraum der Galerie, in die Stadt Zürich, aus.
Um mit einem Zitat von Alain Robbe Grillet über Antonioni’s „Blow up“ zu schliessen: „die Bilder verbergen nichts. Was man sieht, ist sehr deutlich, aber der Sinn der Bilder ist immer zweifelhaft und wird im Verlauf des Films immer zweifelhafter. Wenn das Publikum nach Hause geht, ist der Film noch offen (…) das ist eine der wichtigsten Eigenschaften der Moderne.“
Vanessa van Obberghen, 1969 in Seoul geboren, lebt und arbeitet in Antwerpen.
Ausstellungen von Vanessa van Obberghen fanden u.a. statt: 2007 „strike a pose“ circuit, Lausanne; 2006, “PRE-EMTIVE”, Kunsthalle Bern; 2005 „monopolis“, witte de with, Rotterdam; 2005 „camouflage“, casa de romulo Gallegos, Fundacion Celarg, Caracas; 2006 „Gentilesse“, Objectif-exhibition, Antwerpen 2001 „waxale“ cascoprojects, Utrecht; 2001 „with x“ artforum, curated by Luc Tuymans.